Junge Benjeshecke aus aufgeschichtetem Astwerk im lichten Mischwald

Naturschutz

Benjeshecke

Naturnaher Schutz- und Brutraum aus Totholz und Schnittmaterial — der Forstmann Hermann Benjes, der dieser Methode den Namen gegeben hat, hat am Forsthaus Parnitz gelebt.

Die Benjeshecke trägt den Namen des Forstmanns Hermann Benjes — und der hat in den Bungalows hinter dem Forsthaus Parnitz gelebt. Wer hier durch den Bestand geht, geht durch das Revier des Mannes, dessen Heckenbauweise heute bundesweit als Standard naturnaher Landschaftspflege gilt (vgl. Historie).

Die Methode selbst — auch Totholzhecke oder Reisighecke genannt — ist eine naturnah aufgeschichtete Hecke aus liegendem Schnitt- und Astmaterial, die ohne Pflanzung zu einem dichten Saum verwächst. Vögel tragen mit Samen aus benachbarten Hecken und Bäumen das Pflanzgut ein, sodass innerhalb weniger Jahre ein selbstständig wachsender Schutz-, Brut- und Strukturraum entsteht.

Wofür ist die Benjeshecke gut?

  • Habitat für Insekten, Singvögel und Kleinsäuger — gerade in ausgeräumten Agrar- und Forstlandschaften ein bedeutender Trittstein im Biotopverbund.
  • Erosionsschutz an Hangkanten, Acker- und Wegrändern.
  • Wind- und Sichtschutz zwischen Beständen oder zur Beruhigung von Wildwechseln.
  • Kostengünstig: kein Pflanzgut, kaum Pflege — der Aufwand liegt im fachgerechten Aufschichten und periodischen Nachfüllen des Materials.

Anlage und Pflege

Eine Benjeshecke wird zwischen zwei locker parallel verlaufenden Reihen aus Pfählen aufgebaut, in deren Zwischenraum Reisig, Astschnitt und kleinere Stämme lose geschichtet werden. Wichtig sind ausreichende Höhe und Breite (Faustregel: rund 1,5 m × 1,5 m), eine Mischung verschiedener Astdurchmesser für Lückigkeit, sowie regelmäßiges Nachfüllen des sich setzenden Materials in den ersten Jahren.

Spontanaufwuchs aus Brombeere, Holunder, Schlehe und Weißdorn wird nicht entfernt — er ist das eigentliche Ziel und macht aus der lockeren Material­schichtung eine dauerhafte Hecke.

Aufgeschichtete weiße Birkenstämme bilden das Grundgerüst einer jungen Benjeshecke im Wald

Anfangsstadium einer Benjeshecke: aufgeschichtete Birkenstämme bilden das tragende Gerüst, in das sich Astschnitt und Reisig einfügen. Den Rest übernehmen Vögel mit eingetragenen Samen und der Spontanaufwuchs der nächsten Jahre.

Hermann Benjes

Porträtfoto von Hermann Benjes, Aufnahme aus dem Jahr 1996

Hermann Benjes (1996). Foto: MagHoxpox, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Der Forstmann Hermann Benjes (1937–2007) entwickelte und popularisierte die nach ihm benannte Heckenbauweise in den 1980er Jahren als kostengünstige Alternative zu klassischen Pflanzhecken. Sein 1988 erschienenes Buch Die Vernetzung von Lebensräumen mit Krautsäumen und Hecken gilt als Grundlagenwerk der naturnahen Landschaftspflege im deutschsprachigen Raum.

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